Der Coffe Baum
Wo Tradition lebendig ist - seit 1720


Portalplastik über dem EingangDas Haus „Zum Arabischen Coffe Baum“ ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas. Hier hatten berühmte Dichter, Komponisten und Universitätsgelehrte ihren eigenen Stammtisch, an dem sie philosophierten, spielten, speisten und natürlich auch „ein wenig“ tranken.

Bereits im Jahre 1556 findet man in den städtischen Ratsbüchern einen Hinweis auf das „Am Barfüßer Thor“ gelegene Haus. Nach mehrmaligen Um- und Erweiterungsbauten steht es bis zum heutigen Tag auf den Grundmauern aus dieser Zeit.

Das „am Barfüßer Gäßgen gelegene Haus“ gelangte auf ganz besondere Art und Weise zu seinem Namen. Während des Umbaus in den Jahren 1719/20 erhielt das Gebäude eine Portalplastik, die fortan als Haus- und Gewerbezeichen diente und 1720 den neuen Hausnamen „Zum Arabischen Coffe Baum“ begründete. Wer diese einzigartige barocke Plastik mit dem stattlichen Osmanen nebst kleinen Amor letztlich in Auftrag gegeben, wer sie geschaffen und wer sie bezahlt hat, bleibt bis zum heutigen Tag ein Geheimnis. Der Legende zufolge hatte Kurfürst August der Starke eine Liaison mit der Wirtin Johanna Elisabeth Lehmann. Aus Dank für die erbrachten Liebesdienste soll er ihr die prächtige Plastik gestiftet haben.

Entgegen der noch heute bestehenden Meinung, war der Coffe Baum zu keiner Zeit eine reine Kaffeeschänke. Schon die erste Wirtin Lehmann schenkte ab 1720 auch Tee, Kakao und Likör aus. Hopfen und Malz waren hier ebenfalls nicht verloren, sondern ab 1742 frisch gezapft zu genießen. Für das leibliche Wohl der Gäste servierte man im Coffe Baum anfänglich noch einen kleinen Imbiss. Doch das sollte sich schon sehr bald ändern, denn à la carte konnte man schon kurz nach 1800 speisen.